Landwirtschaft
Nahezu 75 Prozent der Oberfläche von Lanzarote sind wegen starker Erosion, Bedeckung mit vulkanischer Grobschlacke, extremen Neigungswinkeln und Überbauung landwirtschaftlich nicht nutzbar. Das Wüstenklima, geringe Niederschläge, große Verdunstung und die Winderosion kommt erschwerend hinzu.
Not macht erfinderisch. Das beschreibt die Situation der Lanzaroteños nach den schrecklichen Vulkanausbrüchen im 18. Jahrhundert. Sie beobachteten, dass Bäume, deren Wurzeln mit Vulkanasche bedeckt waren, wesentlich besser wuchsen. Der Wind hatte am Rande der Lavaströme eine große Fläche mit einer Schicht von 1-2,50 Meter Dicke mit Vulkanasche bedeckt.

So werden hauptsächlich Kartoffel, Zwiebel, Mais und Tomaten angebaut. Ältestes Beispiel sind die Kakteenfelder (Opuntien) bei Guatiza, auf denen Schildläuse zur Herstellung des Karminfarbstoffes gezüchtet werden.
In der Tiefebene „EL Jable“ wird eine weitere Variante des Trockenfeldbaus praktiziert. Die Sandkulturen, ein mit Sanddünen bedeckter Boden und einer dünnen Lapillischicht ist in gleicher Weise zu nutzen, sofern die Sandschicht nicht stärker als 40 Zentimeter ist. Auf 1000 Hektar werden da Melonen, Kürbisse, Gurken, Süßkartoffel und Tomaten angepflanzt.

Säugetiere konnten nur mit Hilfe des Menschen die Insel erreichen. Die Landesherren führten Kaninchen zu ihrem Jagdvergnügen ein. Doch die Kaninchen wurden bald zur Plage für die Pflanzer. Da die Lanzaroteños die Felle auf den anderen Inseln verkauften, werden sie bis heute noch „Conejeros“ (Hasen) genannt.
Die Viehwirtschaft ist auf Lanzarote unbedeutend. Etwa 10.000 Ziegen liefern die Milch für den traditionell hergestellten kanarischen Ziegenkäse, von dem jährlich rund 50.000 Kilo in diversen Varianten exportiert werden.
In Lanzarote befinden sich acht Fischereihäfen. Ein Drittel des Thunfischfangs der EU kam früher in Arrecife an. Das Gewässer um die Kanarischen Inseln und in der Saharabank zeigten einen erheblichen Rückgang der Fangkapazität.
Die Bathymetrie (Meeresbodenvermessung) des Meeresboden der die Insel umgibt, zeigt sich abrupt, mit schmaler Plattform oder steilem Abhang von 1000 Meter Tiefe. Dadurch herrschen in Küstennähe ähnliche Bedingungen wie auf offener See. Die ozeanographische Eigenschaft im Archipel sorgt für einen Reichtum an Nährstoffen. Mittlerweile zeigt sich wieder kontinuierlich, dass der Thunfisch als überwiegende Mehrheit vorkommt.
1986 führte der Beitritt zur EU schliesslich auch zum Fischereiabkommen. Auf lokaler Ebene liegt die Verwaltung der Fischerei beim Kanarischen Ministerium für Fischerei und Gewässer. Die Kanarischen Inseln stellen ein wichtiges Tor für Fischereierzeugnisse dar. Die Aquakultur-Produkte unter anderem Dorade und Wolfsbarsch erzielen mittlerweile den höheren Anteil.
Auf Lanzarote überwiegen pelagische Fischarten, dazu gehören zum Beispiel: Sardinen, Thunfisch, Vieja, Sama etc.. Die pelagische Meereszone betrifft die oberste Schicht der Wassersäule, die bis zu 200 Meter tief reicht. Der Fischfang wird überwiegend mit Langleinen und Reusen durchgeführt.