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Energieversorgung

Wegen des optimalen Klimas ist auf Lanzarote während des ganzen Jahre keine Heizung erforderlich. Es ist auch so gut wie keine Industrie vorhanden. Durch Meerwasserentsalzung und Tourismusboom stieg der Erdölverbrauch in den letzten 20 Jahren auf das Fünfzehnfache. Der Pro-Kopf-Verbrauch erreicht zwar noch nicht den der USA, aber er übersteigt seit Jahren den Verbrauch Deutschlands. Die Insel ist mindestens zu 95 Prozent von Erdölimporten abhängig.

Nur 5 Prozent des Energiebedarfs werden von alternativen Energieträgern gedeckt, wobei Solarenergie nur in geringem Umfang für Brauchwasser genutzt wird. Für die Stromerzeugung auf Lanzarote wären über zwei Millionen Quadratmeter Solarzellen notwendig. Außerdem betragen die Herstellkosten für Solarstrom das Zehn- bis Zwanzigfache gegenüber der konventionellen Produktion.

Auf einer Vulkaninsel ist es nahe liegend auch über ein Erdwärmekraftwerk im Hot-dry-rock-Verfahren nachzudenken, um so mehr, wenn die oberflächennahe Erdwärme über einem eingeschlossenen Magmakörper bereits in 10 Meter Tiefe schon 600 Grad Celsius beträgt. Die Temperaturen sind seit den Eruptionen von 1730 durch Magmanachschub aus größeren Tiefen nicht abgekühlt. Da die Region der Erdwärmeenergie im Nationalpark Timanfaya liegt, haben die Lanzaroteños auf die Nutzung verzichtet.

Über Los Valles an der Südostabdachung des Famara-Massivs wurde 1993 der Windpark „parque eólico“ mit 48 Windgeneratoren fertig gestellt, die rund 11.000.000 kWh erzeugen und damit den Energiebedarf für die Meerwasserentsalzung etwa zu einem Drittel abdecken.